DER EDLE QUR'ÂN

الرعد

Sure 13 | Der Donner | Ar-Ra'd

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43 Verse, Abfolge der  Offenbarung: 96


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.


1. Alif, Lâm, Mîm, Râ. Dies sind die Verse des Buches, und was zu dir von deinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt wurde, ist die Wahrheit. Doch die meisten Menschen glauben nicht.


2. Allah ist Derjenige, Der die Himmel ohne sichtbare Pfeiler emporgehoben hat und Sich dann über den Thron erhob. Und Er hat die Sonne und den Mond (Seinem Befehl) unterworfen, und jedes (der beiden Gestirne) läuft auf eine festgesetzte Frist zu. Er verwaltet alle Angelegenheiten und legt die Zeichen ausführlich dar, auf dass ihr Gewissheit an die Begegnung mit eurem Herrn erlangen mögt.

(über den Thron erhob: Imâm Mālik sagte hierzu, dass das "Sich-Erheben" bekannt ist, die Art und Weise jedoch, wie Allah dies vollzogen hat, unbekannt; der Glaube daran im wörtlichen Sinn ist Pflicht, das Leugnen davon ist Unglaube, und das Fragen nach dem "Wie" ist unzulässig. Wer Allahs Erhebung über den Thron nicht mit den heute gängigen Schöpfungstheorien in Einklang bringen kann, sollte vielmehr diese Theorien hinterfragen, anstatt das Verständnis, das Allah uns vermittelt hat, den Thesen der ungläubigen Elite anpassen zu wollen. Die heutigen Pharaonen-Freimaurer sind wie die damaligen in der Irreführung durch Falschinformationen, die sie als gesichertes Wissen darstellen.)


3. Und Er ist Derjenige, Der die Erde ausgebreitet, in ihr feste Berge verankert und Flüsse gemacht hat. Und alle Früchte lässt Er aus gepaarten Zweiheiten entstehen. Und Er lässt die Nacht den Tag bedecken. Wahrlich, in alledem sind Zeichen für Leute, die nachdenken.
(aus gepaarten Zweiheiten entstehen:  Die Wissenschaft bestätigt, dass die fruchttragenden Pflanzen männliche und weibliche Bestandteile besitzen und somit auf genetisch unterschiedliche Partner zur Fruchtbildung angewiesen sind. Und selbst bei Pflanzen mit scheinbar "einheitlicher" Fruchtbildung liegt eine komplexe, zweigeteilte Struktur zugrunde. Dieses Wissen, das im 7. Jahrhundert offenbart wurde, ist ein bedeutendes Zeichen für Menschen, die nach der Wahrheit streben.)


4. Und auf der Erde finden sich benachbarte Landstriche und Gärten mit Rebstöcken, Kornfeldern und Palmen, sowohl mehrstämmig als auch einzelstämmig, die alle vom gleichen Wasser versorgt werden. Und Wir machen einige von ihnen geschmacklich überlegen. Wahrlich, in alledem sind Zeichen für verständige Leute.

(Die benachbarten Landstriche verdeutlichen Allahs vollkommene Macht und Weisheit. Der eine ist fruchtbar und ertragreich und bringt den Menschen vielfältigen Nutzen, während der andere sumpfig, salzig oder unfruchtbar bleibt. Der eine besteht aus felsigem Boden, der andere aus Sand, und dennoch grenzen sie unmittelbar aneinander. Trotz ihrer räumlichen Nähe unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Beschaffenheit und ihren Erträgen. Diese Vielfalt innerhalb derselben Schöpfung sowie ihre beständige Ordnung, ohne Vermischung oder Zusammenbruch, gehören zu den vielen Zeichen Allahs für diejenigen, die nachdenken.)


5. Und wenn du dich (über die Ungläubigen) wunderst, so ist ihre Rede (tatsächlich) erstaunlich, (wenn sie sagen): "Wenn wir (nach dem Tod) zu Staub geworden sind, sollen wir dann wirklich zu einer neuen Schöpfung (erstehen)?" Das sind diejenigen, die den Glauben an ihren Herrn leugnen, und das sind diejenigen, die (dereinst) Fesseln um ihre Hälse tragen und zu Insassen des Feuers verkommen werden, um ewig darin zu verweilen.

(Es ist erstaunlich, denn obwohl die meisten von ihnen anerkennen, dass Allah die Grundlage aller Dinge ist, leugnen sie die Auferstehung. Dabei ist es für den Schöpfer, Der alles erstmalig aus dem Nichts erschaffen hat, äusserst einfach, die Schöpfung ein weiteres Mal zu wiederholen.)


6. Und sie fordern von dir, (in Verleugnung und Spott,) das Schlechte [die diesseitige Strafe] vor dem Guten herbeizubringen, obwohl vor ihnen bereits warnende Strafbeispiele vergangener Völker ergangen sind. Wahrlich, dein Herr ist voller Vergebung für die Menschen, trotz ihrem Unrecht, doch Er ist (auch) streng im Bestrafen.


7. Und diejenigen, die ungläubig sind, sagen: "Warum wurde kein Zeichen von seinem Herrn auf ihn herabgesandt?" Du bist nur ein Warner, und jedes Volk hatte seinen Rechtleitenden.

(jedes Volk hatte seinen Rechtleitenden: Jedem Volk wurde in der Vergangenheit ein Warner gesandt, der zur rechten Führung aufrief. Dies wird auch in Sure 35:24 bestätigt, wo es heisst: "Und es gab nie eine Nation, in der nicht ein Warner gelebt hätte." )


8. Allah weiss, was jede Weibliche trägt, und wie sehr (die Tragzeit) im Mutterleib verkürzt oder verlängert wird. Und bei Ihm ist alles nach Mass bestimmt.


9. Er ist der Allwissende über das Verborgene und das Offenbare, und Er ist der Allergrösste, der unermesslich Hohe.


10. (Für Ihn) macht es keinen Unterschied, ob jemand Worte heimlich äussert oder offen ausspricht, oder ob jemand sich in der Nacht versteckt oder am Tag offen zeigt.

(Die Tatsache, dass Allahs Wissen die gesamte Schöpfung umfasst und nichts vor Ihm verborgen bleibt, betont Seine Allmacht und Überlegenheit.)


11. Für jeden (Menschen) gibt es einander ablösende Engel vor ihm und hinter ihm, die ihn auf Allahs Befehl hin bewahren. Wahrlich, Allah verändert den Zustand eines Volkes nicht, bis (die Menschen) das ändern, was in ihnen selbst ist. Und wenn Allah einem Volk ein Unheil zufügen will, kann niemand es abwenden, und sie haben keinen Helfer ausser Ihm.


12. Er ist Derjenige, Der euch den Blitz zeigt, als (Zeichen von) Furcht und Hoffnung, und Er ist Derjenige, Der die schweren Wolken bildet.

(Die "schweren" oder "beladenen" Wolken bilden sich durch die Ansammlung von Wasserdampf, der sich zu Wassertröpfchen oder Eiskristallen verdichtet und aufgrund seiner Masse Niederschlag verursacht. Dies verdeutlicht, wie komplexe Phänomene im Koran wortwörtlich verstanden werden können.)

13. Der Donner lobpreist Seine Herrlichkeit und (ebenso lobpreisen) Ihn die Engel in Ehrfurcht. Und Er sendet Blitze und trifft damit, wen Er will. Und doch streiten sie über Allah, obschon Er streng in der Vergeltung ist.


14. Ihm allein gebührt das wahre Bittgebet. Diejenigen aber, die sie an Seiner Stelle anrufen, erhören sie in nichts. Die (Polytheisten) gleichen jemandem, der seine Hände nach Wasser ausstreckt, um es zum Mund zu führen, doch es wird ihn niemals erreichen. Das Gebet der Ungläubigen verläuft ins Leere.


15. Und vor Allah werfen sich (die Geschöpfe) nieder, die in den Himmeln und auf der Erde sind, ob willig oder widerwillig, (ebenso) ihre Schatten am Morgen und am Abend.

(Nach diesem Vers wirft man sich vor Allah nieder.)


16. Sprich: "Wer ist der Herr der Himmel und der Erde?" Sprich: "(Es ist) Allah." Sprich: "(Warum) nehmt ihr euch denn neben Ihm Beschützer, die (noch nicht einmal) sich selbst Nutzen noch Schaden zu bringen vermögen?" Sprich: "Sind der Blinde und der Sehende gleich? Oder sind die Finsternisse und das Licht gleich? Oder stellen sie (etwa) Allah Teilhaber zur Seite, (von denen sie denken, dass) sie Ähnliches (wie Er) erschaffen haben, so dass ihnen die Schöpfung eines vielfachen (Ursprungs) erscheint?" Sprich: "Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Eine, der Alldominator."


17. Er sendet Wasser vom Himmel herab, so dass die (Flussbetten in den) Tälern entsprechend ihrem Mass fliessen. Dann trägt die Flut aufschäumenden Schaum. Auch aus dem, was sie im Feuer schmelzen, um daraus Schmuck oder Gebrauchsgegenstände herzustellen, entsteht ein ähnlicher Schaum. So stellt Allah die Wahrheit und die Falschheit einander gegenüber. Was nun den Schaum betrifft, so vergeht er als wertloser Abfall. So prägt Allah Gleichnisse (für die Menschen).


18. Das beste (Ende) ist für diejenigen, die auf den (Ruf) ihres Herrn antworten. Diejenigen jedoch, die nicht darauf antworten, (werden sich dereinst) mit allem, was es auf der Erde gibt, und noch einmal mit Gleichen hinzu, loskaufen wollen. Für sie wird es eine schlimme Abrechnung geben, und die Hölle wird ihr Aufenthaltsort sein – welch schlechte Bleibe dies ist.


19. Ist etwa derjenige, der weiss, dass das, was dir von deinem Herrn herabgesandt wurde, die Wahrheit ist, mit einem Blinden gleichzusetzen? Doch nur diejenigen, die ihren Verstand nutzen, erinnern sich.


20. Sie erfüllen ihre Verpflichtungen gegenüber Allah und brechen den Bund mit Ihm nicht.


21. Es sind diejenigen, die verbinden, was Allah zu verbinden geboten hat, ihren Herrn fürchten und besorgt sind über einen ungünstigen Ausgang ihrer Abrechnung (am Tag des Gerichts).


22. Sie streben nach dem Angesicht ihres Herrn, sind geduldig, verrichten das Gebet, geben heimlich und öffentlich von dem, womit Wir sie versorgen, und wehren das Böse mit dem Guten ab. Das sind diejenigen, die das gute Ende erlangen werden.


23. Sie werden in die Gärten des Paradieses eintreten, zusammen mit den Gläubigen unter ihren Vorfahren, ihren Ehepartnern und ihren Nachkommen. Engel werden durch jede Tür zu ihnen treten (und sagen):


24. "'Salâmun 'alaykum [Frieden sei auf euch]', als Belohnung dafür, dass ihr geduldig ausgeharrt habt. Wie herrlich eure letzte Wohnstätte ist."


25. (Aber) diejenigen, die den Bund mit Allah brechen, nachdem sie ihn bekräftigt haben, das trennen, was Allah zu verbinden geboten hat, und auf der Erde Verderben stiften, auf ihnen lastet der Fluch (Allahs), und sie werden (dereinst) die schlimmste Bleibe haben.


26. Allah erweitert und begrenzt die Versorgung, wem Er will. Sie freuen sich über das diesseitige Leben, doch das Leben des Diesseits ist im Vergleich zum Jenseits nur eine (vergängliche) Nutzniessung.


27. Und diejenigen, die ungläubig sind, sagen: "Warum wurde kein Zeichen von seinem Herrn auf ihn herabgesandt?" Sprich: "Allah lässt in die Irre gehen, wen Er will, und Er leitet zu Sich, wer sich Ihm (reumütig) zuwendet.


28. (Die Gläubigen sind) diejenigen, die glauben und deren Herzen Ruhe finden, wenn sie Allah gedenken. Wahrlich, im Gedenken an Allah finden die Herzen Ruhe.


29. Für diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke verrichten, wird es (dereinst) Wohlergehen und die beste Rückkehr geben.

30. Und so haben Wir dich zu einem Volk gesandt, dem andere Völker vorausgegangen sind, damit du ihnen vorträgst, was Wir dir offenbart haben, während sie (die Einheit) des Allerbarmers leugnen. Sprich: "Er ist mein Herr. Es gibt keine Gottheit ausser Ihm. Auf Ihn vertraue ich und zu Ihm kehre ich reumütig zurück."


31. Und (selbst) wenn es einen Koran [eine Lesung] gäbe, durch den Berge versetzt, die Erde gespalten oder die Toten zum Sprechen gebracht würden, (so wäre es dieser Koran). Doch die Entscheidung (über alle Dinge) liegt allein bei Allah. Haben diejenigen, die glauben, denn nicht erkannt, dass Allah, wenn Er wollte, alle Menschen rechtleiten würde? Doch diejenigen, die ungläubig sind, wird (weiterhin) wegen dessen, was sie (an Taten des Unglaubens) begehen, fortwährend ein schweres Unglück treffen, oder es wird sich in ihrer Nähe niederlassen, bis Allahs Verheissung eintrifft. Wahrlich, Allah bricht niemals Sein Versprechen.


32. Und wahrlich, (schon) vor dir wurden Gesandte verspottet, doch Ich gab den Ungläubigen eine Frist und erfasste sie daraufhin. Und wie (gewaltig) war da Meine Vergeltung.


33. Kann etwa Derjenige, Der über jedem Selbst [Nafs] steht und (weiss,) was es erwirbt, (mit dem Nichtigen gleichgestellt werden)? Und dennoch gesellen sie Allah Teilhaber bei. Sprich: "Nennt sie. Oder wollt ihr Ihn (etwa) über etwas in Kenntnis setzen, das Ihm auf der Erde entgehen sollte? Wollt ihr (euch wirklich) in leeren Behauptungen (verlieren)?" Tatsächlich wird den Ungläubigen ihre List ausgeschmückt, und sie werden vom (rechten) Weg abgehalten. Und wen Allah in die Irre gehen lässt, für den gibt es keinen Rechtleitenden.


34. Eine Strafe wird sie (bereits) im diesseitigen Leben treffen, und die Strafe des Jenseits wird noch erdrückender sein; und sie haben keinen Beschützer vor Allah.


35. Der (Paradies)garten, der den Frommen versprochen wird, ist von Flüssen durchzogen; darin gibt es ununterbrochene Versorgung und Schatten. Das ist der Lohn für diejenigen, die fromm sind, während der Lohn der Ungläubigen das Feuer ist.


36. Diejenigen, denen Wir die Schrift gegeben haben, freuen sich über das, was zu dir herabgesandt wurde. Doch unter (ihren) Gruppierungen gibt es auch solche, die einen Teil davon verwerfen. Sprich: "Mir wurde nur befohlen, Allah zu dienen und Ihm nichts beizugesellen. Zu Ihm (allein) rufe ich, und zu Ihm werde ich zurückkehren."


37. Und so haben Wir ihn [den Koran] als Rechtsordnung in arabischer Sprache herabgesandt. Und wenn du ihren Neigungen folgen würdest, nachdem dir das Wissen zugekommen ist, so hättest du weder einen Helfer noch einen Beschützer vor Allah.


38. Und wahrlich, Wir haben (bereits) vor dir Gesandte entsandt und ihnen Ehefrauen und Kinder gegeben. Und es ist keinem Gesandten möglich, ein Zeichen zu bringen, ausser mit Allahs Erlaubnis. Und für jede Frist gibt es eine Niederschrift.

(für jede Frist gibt es eine Niederschrift: Dieser Vers bezieht sich auf die Prädestination aller Ereignisse. Da Allah alles niedergeschrieben hat, gibt es keine Zufälle.)

39. Allah tilgt und lässt bestehen, was Er will, und bei Ihm befindet sich die Urschrift, (in der alles verzeichnet ist).


40. Ob Wir dich einen Teil dessen sehen lassen, was Wir ihnen androhen, oder ob Wir dich (vorher) abberufen – dir obliegt nur die Übermittlung (der Botschaft), und Uns obliegt die Abrechnung.


41. Sehen sie denn nicht, dass Wir (mit der diesseitigen Strafe) zur Erde gelangen und sie [die Erde] an ihren Rändern verringern? Allah entscheidet, und niemand kann Sein Urteil zurückweisen; und Er ist schnell im Abrechnen.

(an ihren Ränden verringern: Laut Ibn Abbas bezieht sich dieser Vers auf die Ausbreitung des Islams. Diese bereits vor über 1400 Jahren überlieferte Auslegung besitzt bis heute ihre Gültigkeit. Der Islam breitet sich aus und gewinnt gegenüber dem Unglauben zunehmend Raum. Durch die Erwähnung der "Ränder der Erde" verweist der Vers zudem auf eine andere Wirklichkeit als jene, welche die Taghut-Instanzen darstellen.) 


42. Diejenigen, die vor ihnen waren, hatten bereits Ränke geschmiedet; doch alle Planungen obliegen (stets) Allah. Er weiss, was jedes Selbst [Nafs] erwirbt, und die Ungläubigen werden bald erfahren, wem das gute Ende zuteilwird.

43. Und diejenigen, die ungläubig sind, sagen: "Du bist nicht (von Allah) entsandt worden." Sprich: "Allah genügt als Zeuge zwischen mir und euch, sowie (zwischen mir und) jenen, die Kenntnis der Schrift haben."


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