DER EDLE QUR'ÂN

المؤمنون
Sure 23 | Die Gläubigen | Al-Mu'minûn

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118 Verse, Abfolge der  Offenbarung: 74


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.


1. Wohl ergeht es den Gläubigen,

(Im Diesseits und im Jenseits.)


2. die in ihren Gebeten voller Demut sind,


3. die sich vom leeren Gerede fernhalten, 


4. die die Zakât entrichten,


5. die ihre Scham hüten –


6. es sei denn mit ihren Gattinnen oder denen, die ihre rechte Hand besitzt, dann sind sie nicht zu tadeln;
(Die Wendung "die ihre rechte Hand besitzt" bezieht sich auf unfreie Frauen, die rechtmässig in den Besitz eines muslimischen Mannes gelangen, etwa durch Kriegsgefangenschaft. Im islamischen Recht ist der Geschlechtsverkehr mit solchen Frauen nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, stets verbunden mit Verantwortung, Versorgung, Schutz und Respekt. Es handelt sich nicht um eine willkürliche oder triebgesteuerte Beziehung. Auch der Prophet Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) hatte mit Maria der Koptin eine Unfreie, die ihm einen Sohn (Ibrahim) gebar. Sie wurde wie eine Ehefrau behandelt, obwohl sie im formalen Sinn keine war. Solche Beziehungen unterliegen religiöser und rechtlicher Kontrolle und sind der Verantwortung gegenüber einer Ehefrau in vielem vergleichbar.)


7. wer aber über dies hinaus begehrt, das sind die Übertreter –,


8. die das ihnen anvertraute Gut treu verwalten und ihre Versprechen erfüllen,


9. und die ihre Gebete einhalten.


10. Das sind die (einstigen) Erben,


11. die das Firdaws erben werden, um dauerhaft darin zu verweilen.

(So Allah will, werden diejenigen, die die Merkmale des Glaubens, der Demut, der Tiefgründigkeit, der Zakât, der Scham, der Ehrlichkeit, der Worttreue und des Gebets aufweisen – wie sie im ersten Abschnitt der Sure beschrieben sind – Al-Firdaws erben, den höchsten Himmel des Paradieses.)

12. Wahrlich, Wir haben den Menschen (ursprünglich) aus einem Auszug aus Lehm erschaffen.


13. Dann machten Wir ihn zu einem Tropfen in einer sicheren Ruhestätte.

(Indem die Gebärmutter als sichere Stätte bezeichnet wird, nennt der Koran eine Erkenntnis, die erst mit dem Durchbruch der modernen Wissenschaft bestätigt wurde.)

14. Daraufhin machten wir den Tropfen zu einer anhaftenden Substanz ['alaqah], dann zu einem zerkauten Klumpen [mudhgah]; und Wir machten ihn zu Knochen und bekleideten die Knochen mit Fleisch. Dann brachten Wir es als eine neue Schöpfung hervor. Segensreich ist Allah, der vortreffliche Schöpfer.

(Für ein besseres Verständnis zum Vers, siehe Sure 22:5. Die Anmerkung zum Vers gibt einen vertieften Einblick in die Begriffe "Alaqah" und "Mudhgah" und erklärt den Schöpfungsprozess.)


15. Danach werdet ihr sicherlich sterben


16. (und) am Tag der Auferstehung (wieder) auferweckt werden.


17. Und wahrlich, Wir erschufen über euch sieben Schichten, und Uns entgeht nichts von der Schöpfung.
(
sieben Schichten: Das hier verwendete arabische Wort tarâ'iq wird häufig mit "Wege" oder "Pfaden" wiedergegeben. Lexikographisch sind jedoch auch "Lagen" oder "Schichten" möglich, im Sinne von etwas, das sich lagenartig erstreckt. Dieses Verständnis wird zudem durch 67:3 und 71:15 gestützt, wo ausdrücklich von "sieben übereinanderliegenden Himmeln" die Rede ist.)

18. Und Wir lassen vom Himmel Wasser in bemessenem Mass herab und lassen es in der Erde ruhen. Und wahrlich, Wir sind gewiss imstande, es wieder fortgehen zu lassen.

(lassen es in der Erde ruhen: Das Thema der Wasserspeicherung in der Erde spielt eine zentrale Rolle in der Hydrologie. Der Koran verweist auf diese wissenschaftliche Erkenntnis, lange bevor dies bekannt war.)

19. Und Wir lassen damit Gärten mit Dattelpalmen und Rebstöcken entstehen, in denen ihr reichlich Früchte habt, von denen ihr esst.

(Der Vers erwähnt Datteln und Trauben, die typischen Früchte der Bewohner des Hedschas. Seine Bedeutung erstreckt sich jedoch auf alle Obstsorten, die Menschen weltweit in ihren jeweiligen Ländern anbauen. Zusätzlich wird mit dem Wort "damit" erneut auf die essenzielle Rolle der Wasserspeicherung im Boden beim Pflanzenwachstum verwiesen.)


20. Und Wir lassen einen Baum auf dem Berg Sinai emporwachsen, der Öl hervorbringt und als Tunke für die Essenden dient.


21. Und (auch) im Vieh gibt es eine Lehre für euch. Wir geben euch von dem zu trinken, was in ihren Leibern ist, und ihr habt vielerlei Nutzen von ihnen; und ihr esst davon.

(was in ihren Leibern ist: Die Milch ist rein und wird im Körper des Tieres vollkommen getrennt von Blut, Kot und allen Unreinheiten hervorgebracht. Trotz der Nähe zu diesen Substanzen lässt Allah sie durch Seine Schöpfungskraft als klares und nahrhaftes Getränk entstehen.)

22. Und auf ihnen, sowie auf den Schiffen, lasst ihr euch tragen.


23. Und (erinnere daran,) als Wir Noah zu seinem Volk sandten. Er sagte: "O mein Volk, dient Allah. Ihr habt keine Gottheit ausser Ihm. Wollt ihr Ihn denn nicht fürchten?"


24. Aber die Vornehmen seines Volkes, die ungläubig waren, (sagten): "Er [Noah] ist nur ein Mensch wie ihr, der sich euch gegenüber einen Vorrang verschaffen will. Wenn Allah gewollt hätte, hätte Er sicherlich Engel herabgesandt. Solches haben wir noch nie von unseren Vorfahren gehört.


25. Er ist nichts anderes als ein Mann, der von Wahnsinn befallen ist. Beobachtet ihn nur für eine gewisse Zeit, (um euch dessen bewusst zu werden)."


26. Er sagte: "Mein Herr, hilf mir, denn sie bezichtigen mich der Lüge."


27. Und so offenbarten Wir ihm: "Baue das Schiff unter Unseren Augen und entsprechend Unserer Weisung. Und wenn Unser Befehl kommt und (sogar Wasser) aus den Orten (des Feuers) hervorquillt, dann bringe von jeder Gattung zwei [ein Paar] sowie deine Angehörigen auf (das Schiff), ausgenommen jene, über die das Urteil (des Ertrinkens) bereits vorausgegangen ist. Und wende dich hinsichtlich derjenigen, die Unrecht getan haben, nicht an Mich. Sie werden gewiss ertränkt werden.

(aus den Orten (des Feuers) hervorquollt: Dieser Vers beschreibt, wie aus zahlreichen Stellen der Erde Wasser hervorsprudelte, so dass selbst aus Orten, an denen gewöhnlich nur Feuer zu finden war [tananir], Wasser emporquoll.)


28. Wenn du und diejenigen, die mit dir sind, auf dem Schiff Platz genommen habt, so sprich: 'Alles Lob gebührt Allah, Der uns vor dem Volk der Ungerechten errettet hat.'


29. Und sprich: 'Mein Herr, lass mich an einem gesegneten Ort nieder, denn Du bist der Beste derjenigen, die einen Ort zum Niederlassen gewähren.'"


30. Wahrlich, in diesen (Geschehnissen) liegen Zeichen, und Wir prüfen die Menschen (damit).


31. Dann brachten Wir nach ihnen eine andere Generation hervor.

(Es handelt sich hierbei um das Volk der 'Aad.)


32. Wir entsandten unter sie einen Gesandten [Hûd] aus ihrer Mitte, (der sagte): "Dient Allah, ihr habt keine Gottheit ausser Ihm. Wollt ihr Ihn denn nicht fürchten?"


33. Doch die ungläubigen Vornehmen seines Volkes, die die Begegnung im Jenseits leugneten und denen Wir im irdischen Leben Überfluss gewährt hatten, sagten: "Dies ist nur ein Mensch wie ihr. Er isst von dem, was ihr esst, und trinkt von dem, was ihr trinkt.


34. Wenn ihr einem Menschen euresgleichen gehorcht, so werdet ihr sicherlich die Verlierer sein.


35. Verspricht er euch (etwa), dass ihr, wenn ihr gestorben und zu Staub und Knochen verkommen seid, (wieder) hervorgebracht werdet?


36. Weit hergeholt ist das, was euch da versprochen wird.


37. Es gibt nur unser irdisches Leben. Wir sterben und leben (nur hier), und wir werden nie auferweckt werden.


38. Er ist nur ein Mensch, der eine Lüge gegen Allah ersinnt, und wir glauben ihm nicht."


39. Er sagte: "Mein Herr, hilf mir, denn sie nennen mich einen Lügner."


40. Er [Allah] sagte: "Wahrlich, binnen Kurzem werden sie (ihre Haltung hinsichtlich der Wahrheit) bereuen."


41. Da ergriff sie der Schrei dem Realen entsprechend, und Wir machten sie zu Treibgut. Hinweg mit den ungerechten Leuten.


42. Danach liessen Wir andere Generationen nach ihnen folgen,


43. und kein Volk kann seinen Termin beschleunigen oder verzögern.


44. Und Wir entsandten Unsere Gesandten, einen nach dem anderen. Jedes Mal, wenn ein Gesandter zu (s)einer Gemeinschaft kam, bezichtigten sie ihn der Lüge. Und so liessen Wir ein Volk dem anderen folgen und machten sie (durch die Strafe für ihren Unglauben) zum Exempel (für die nachfolgenden Generationen). Hinweg mit den Menschen, die nicht glauben.


45. Danach entsandten Wir Moses und seinen Bruder Aaron mit Unseren Zeichen und klarer Ermächtigung


46. zu Pharao und seinen Vornehmen. Doch sie verhielten sich hochmütig und waren Leute, die sich (über andere) erhoben.


47. Sie sagten: "Sollen wir (etwa) zwei Menschen wie uns glauben, wo doch ihre Leute in unserem Dienst stehen?"


48. Sie bezichtigten sie der Lüge, und so gehörten sie zu denen, die vernichtet wurden.


49. Und Wir gaben Moses die Schrift, auf dass sie [die Kinder Israels] dem rechten Weg folgen mögen.


50. Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und gaben ihnen eine feste Bleibe auf einer Anhöhe, (nahe) einer Quelle.


51. "O ihr Gesandten, esst von den guten, (erlaubten) Speisen und handelt rechtschaffen. Wahrlich, Ich bin der Allwissende über euer Tun. 


52. Diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr, also fürchtet Mich."

(Dieser Vers betont die einheitliche Botschaft aller Gesandten und Propheten: die Ablehnung des Taghuts, also jeglicher Macht ausserhalb von Allah, um ausschliesslich an Allah zu glauben und Ihm nichts beizugesellen.)


53. Dann aber wurden (die Menschen) uneinig untereinander und spalteten sich in Gruppen, und jede Partei freute sich ihres Anteils. 


54. So lasse sie in ihrer Verblendung für eine gewisse Zeit.


55. Denken sie (etwa), weil Wir ihnen Besitz und Kinder gewähren,


56. dass Wir (mit ihnen zufrieden sind und) ihnen (deshalb) schnell die guten Dinge bescheren? Im Gegenteil, aber sie verstehen (es) nicht.

(Materieller Wohlstand wird von vielen als Zeichen von Allahs Gunst missverstanden. Doch gerade darin kann eine versteckte Prüfung oder gar eine Strafe liegen, denn je stärker ein Mensch an der Dunya haftet, desto weiter entfernt er sich oft vom Gedenken an Allah. Die Menschen meinen, begünstigt zu sein, doch sie erkennen den wahren Zustand ihrer Herzen nicht.)

57. Wahrlich, diejenigen, die aus Furcht vor (dem Urteil) ihres Herrn besorgt sind,


58. und an die Zeichen ihres Herrn glauben,


59. und ihrem Herrn nichts beigesellen,


60. und spenden, was sie spenden, während ihre Herzen in Ehrfurcht erbeben, weil sie zu ihrem Herrn zurückkehren werden,


61. das sind diejenigen, die sich in den guten Werken beeilen, und sie sind darin die Vorausgehenden.


62. Wir legen keinem Selbst [Nafs] mehr auf, als es zu tragen vermag. Und bei Uns ist ein Buch, das dem Realen entsprechend spricht; und niemand wird Ungerechtigkeit erleiden (am Tag des Gerichts).
(bei Uns ist ein Buch: die wohlbehütete Tafel bei Allah.)


63. Doch die Herzen (der Ungläubigen) sind unachtsam gegenüber dem, was darin (an Offenbarung) enthalten ist, und sie begehen (schändliche) Taten, die sie (beharrlich) fortsetzen.

(was darin enthalten ist: Der Koran ist Teil der wohlverwahrten Tafel, doch die meisten Menschen wenden sich von der offenbarten Wahrheit ab.)

64. Und wenn Wir die Wohlhabenden mit der (diesseitigen) Strafe erfassen, dann schreien sie (sogleich) um Hilfe.


65. "Schreit heute nicht um Hilfe, denn niemand kann euch gegen Uns helfen.


66. Meine Zeichen wurden euch verlesen, aber ihr seid auf euren Fersen abgekehrt.


67. Hochmütig (in Bezug) auf ihn [den Koran], habt ihr euch nachts zusammengesetzt und verwerfliche Reden geführt."


68. Denken sie denn nicht eingehend über das Vorgetragene oder (darüber) nach, dass (mit dem Koran) zu ihnen gekommen ist, was nicht zu ihren Vorfahren kam?


69. Oder kennen sie ihren Gesandten etwa nicht, so dass sie ihn nicht (als Gesandten) anerkennen?


70. Wollen sie denn (wirklich) behaupten, dass er wahnsinnig sei? Nein, vielmehr ist er mit dem Realen zu ihnen gekommen, aber die meisten von ihnen verabscheuen das Reale.


71. Wenn das Reale ihren Neigungen entsprechen würde, so würden die Himmel, die Erde und alles, was in ihnen ist, sicherlich ins Verderben geraten. Vielmehr brachten Wir ihnen (mit dem Koran) ihre Ermahnung, doch sie wenden sich von ihrer Ermahnung ab.


72. Oder (leugnen sie den Glauben,) weil sie denken, dass du von ihnen einen Lohn verlangen könntest? Der Lohn deines Herrn ist besser, und Er ist der beste Versorger.


73. Gewiss, du rufst sie zum geraden Weg,


74. doch diejenigen, die nicht an das Jenseits glauben, weichen (willentlich) vom Weg ab.


75. Und selbst wenn Wir Uns ihrer erbarmen und sie von ihrer Bedrängnis befreien würden, würden sie (weiterhin) hartnäckig in ihrer Massüberschreitung verharren und orientierungslos umherirren.


76. Wir haben sie bereits mit (verschiedenen) Strafen getroffen, doch sie haben sich weder ihrem Herrn unterworfen noch haben sie Ihn demütig gebeten.


77. Wenn ihnen dann (dereinst) das Tor zur strengsten aller Strafen geöffnet wird, werden sie in Verzweiflung stürzen.


78. Er ist Derjenige, Der euch das Gehör, das Augenlicht und das Herz gegeben hat, doch nur wenige von euch sind dankbar.


79. Und Er ist Derjenige, Der euch auf der Erde vermehrt hat, und zu Ihm werdet ihr (dereinst) versammelt werden.


80. Er ist Derjenige, Der lebendig macht und sterben lässt, und Ihm gebührt der Wechsel von Nacht und Tag. Begreift ihr denn nicht?


81. Aber nein, sie wiederholen, was die früheren (Völker) von sich gaben,


82. (indem) sie sagen: "Wenn wir gestorben und zu Staub und Knochen verkommen sind, sollen wir dann wirklich (zu neuem Leben) auferweckt werden?


83. Dies wurde bereits uns und unseren Vätern versprochen, doch das sind nur Fabeln der früheren (Generationen)."


84. Sprich: "Wem gehört die Erde und wer darauf lebt, wenn ihr es (denn) wisst?"


85. Sie werden sagen: "Allah." Sprich: "Wollt ihr euch denn nicht (an die grundlegende Wahrheit) erinnern?"


86. Sprich: "Wer ist der Herr der sieben Himmel und der Herr des erhabenen Thrones?"


87. Sie werden sagen: "Allah." Sprich: "Wollt ihr (Ihn) denn nicht fürchten?"


88. Sprich: "In wessen Hand ist die Herrschaft über alle Dinge, Wer beschützt und muss nicht beschützt werden, wenn ihr es (denn) wisst?"


89. Sie werden sagen: "Allah." Sprich: "Wie könnt ihr dann verzaubert werden?"


90. Wir haben ihnen die Wahrheit gebracht, doch sie leugnen sie.


91. Allah hat Sich kein Kind genommen, noch gibt es eine (andere) Gottheit neben Ihm. Wäre dies der Fall, würde jede Gottheit das, was sie erschaffen hat, mit sich nehmen, und einige von ihnen würden sich über andere erheben. Hoch erhaben ist Allah über das, was sie (Ihm) zuschreiben.


92. Er ist der Allkundige über das Verborgene und das Offenkundige. Hoch erhaben ist Er über das, was sie Ihm beigesellen.


93. Sprich: "Mein Herr, wenn Du mich sehen lassen solltest, was ihnen (mit der Hölle) versprochen wird,


94. mein Herr, dann setze mich nicht unter die ungerechten Leute." 


95. Und wahrlich, Wir sind ganz gewiss imstande, dir zu zeigen, was Wir ihnen versprechen.


96. (Also) weise das Schlechte mit dem ab, was besser ist; und Wir wissen am besten, was sie sagen.

97. Und sprich: "Mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor den Einflüsterungen der Teufel,


98. und ich suche Zuflucht bei Dir vor ihrer Anwesenheit bei mir."


99. Wenn der Tod (dann) einen von ihnen [den Ungläubigen] ereilt, sagt er: "Mein Herr, lass mich zurückkehren,


100. damit ich rechtschaffen handeln kann in dem, was ich zurückgelassen habe." Keineswegs, es sind nur Worte, die er ausspricht, und hinter ihnen liegt eine Schranke [Barzakh] bis zum Tag ihrer Auferstehung.

(Diese "Schranke" trennt die Verstorbenen vom Diesseits. Gemäss den Hadithen bezeichnet die Barzakh einen Zustand zwischen dem Tod und dem Tag der Auferstehung. Es handelt sich um einen Zustand, in dem das bewusste Selbst eines verstorbenen Menschen, vom Körper getrennt, bis zur Auferstehung verweilt. Die Barzakh kann dabei als eine Vorstufe dessen verstanden werden, was den Menschen nach der Auferstehung im Paradies oder in der Hölle erwartet.)


101. Wenn dann ins Horn geblasen wird an jenem Tag, dann werden die (Verwandtschafts)bande zwischen ihnen bedeutungslos sein, und sie werden einander nicht (mehr zur grundlegenden Wahrheit) befragen.


102. Diejenigen, deren Waag(schalen) schwer sind, werden die Erfolgreichen sein.


103. Und diejenigen, deren Waag(schalen) leicht sind, werden diejenigen sein, die ihre Selbste [Nufûs] in den Ruin getrieben haben und dauerhaft in der Hölle verweilen werden.

104. Das Feuer wird ihre Gesichter verbrennen, und darin werden ihre Gesichter entstellt sein.


105. "Wurden euch Meine Verse nicht verlesen, und habt ihr sie (etwa) nicht der Lüge bezichtigt?"


106. Sie werden sagen: "Unser Herr, unser (sinnloses) Treiben hat uns überwältigt, und wir waren irrende Leute.


107. Unser Herr, führe uns heraus von hier, und falls wir (zum Verwerflichen) zurückkehren sollten, dann zähle uns (erst dann) zu den Ungerechten."


108. Er wird sagen: "Verbleibt darin als Verstossene, und sprecht Mich nicht (mehr) an.


109. Wahrlich, eine Gruppe unter Meinen Dienern sagte: 'Unser Herr, wir glauben. Also vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist der Beste der Barmherzigen.'


110. Ihr aber habt sie (so sehr zum Gegenstand) des Spottes gemacht, dass ihr dabei Meine Ermahnung vergessen habt, während ihr sie ausgelacht habt. 


111. Ich belohne sie [die Gläubigen] heute für ihre Standhaftigkeit, und sie sind die Erfolgreichen."


112. (Und) Er wird sagen: "Wie viele Jahre habt ihr in der Erde verweilt?"

(in der Erde verweilt: Laut Jalalain bezieht sich dies sowohl auf das irdische Leben als auch auf die Zeit im Grab, die im Vergleich zum Jenseits unbedeutend sind. Damit wird Allah den Ungläubigen zu erkennen geben, wie kurz und wertlos das Leben war, dem sie alles geopfert haben, indem sie es vor dem Jenseits ansetzten.) 

113. Sie werden sagen: "Wir verweilten einen Tag oder einen Teil eines Tages; doch frage die Zählenden."


114. Er wird sagen: "Ihr habt (tatsächlich) nur für kurze Zeit (auf der Erde) verweilt, wenn ihr euch dessen nur bewusst gewesen wärt.


115. Habt ihr wirklich gedacht, dass Wir euch ohne Sinn erschaffen hätten und dass ihr nicht zu Uns zurückkehren würdet?"


116. Hoch erhaben ist Allah, der Souverän, der Reale. Es gibt keine Gottheit ausser Ihm, dem Herrn des erhabenen Thrones.


117. Und wer neben Allah eine andere Gottheit anruft, für die es keinen Beweis geben kann, dessen Abrechnung ist allein bei seinem Herrn. Wahrlich, die Ungläubigen werden keinen Erfolg haben.


118. Sprich: "Mein Herr, vergib mir und erweise mir Barmherzigkeit, denn Du bist der Beste der Barmherzigen."


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