DER EDLE QUR'ÂN

النمل
Sure 27 | Die Ameisen | An-Naml

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93 Verse, Abfolge der  Offenbarung: 48


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.


1. Ta, Sîn. Dies sind die Verse des Korans als deutliche Schrift,


2. eine Führung und frohe Botschaft für die Gläubigen,


3. die das Gebet verrichten, die Zakat entrichten und mit Gewissheit an das Jenseits glauben.


4. Denjenigen (jedoch), die nicht an das Jenseits glauben, lassen Wir ihre Werke schön erscheinen, so dass sie verwirrt umherirren.


5. Das sind diejenigen, denen eine schlimme Strafe bestimmt ist, und im Jenseits sind sie die grössten Verlierer.

(Diejenigen, die sich als rechtgeleitet wahrnehmen, obwohl sie Allahs Dîn nicht folgen und in Wahrheit fehlgeleitet sind, werden aufgrund ihrer Verkennung der eigenen Lage die Strafe als besonders schlimm wahrnehmen. Dies ist der "grosse Verlust", von dem Allah im Koran berichtet.)


6. Wahrlich, du empfängst den Koran gewiss seitens des Allweisen, Allwissenden.


7. (Erinnere daran,) als Moses zu seinen Angehörigen sagte: "Ich habe ein Feuer wahrgenommen. (Vielleicht) kann ich euch von dort eine Nachricht (bezüglich unseres Weges) bringen, oder ich bringe euch ein glimmendes Stück (Holz), damit ihr euch wärmen könnt."

(Dies geschah, nachdem Moses (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) seine Verpflichtung gegenüber seinem Schwiegervater erfüllt hatte. Nachdem er zehn Jahre lang dessen Herden gehütet hatte, verliess er die Gegend von Madyan, um nach Ägypten zurückzukehren. Diese Begebenheit ereignete sich auf der Rückreise, als Moses (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) und seine Angehörigen sich während einer kalten Nacht verirrt hatten.)

8. Als er dort ankam, wurde gerufen: "Gesegnet ist, wer im (Lichtbereich) des Feuers ist und wer sich in dessen Umgebung befindet. Gepriesen ist Allah, der Herr der Welten.


9. O Moses, wahrlich, Ich bin Allah, der Allmächtige, der Allweise."


10. Und (weiter): "Wirf deinen Stock hin." Als er [Moses] sah, dass dieser sich (daraufhin) bewegte, als ob er eine Schlange wäre, wandte er sich (flüchtend) ab und schaute nicht zurück. (Allah sagte:) "O Moses, fürchte dich nicht. Die Gesandten fürchten sich nicht mit Mir.


11. Und wer, (wie du einst,) Unrecht tat und dann das Böse durch das Gute ersetzt, (dem sei vergeben, denn) Ich bin der Allvergebende, der Barmherzige.


12. Stecke deine Hand (nun) in deinen Gewandausschnitt; sie wird (blendend) weiss hervorkommen, ohne von einem Übel befallen zu sein. (Dies ist eines) von neun Zeichen für Pharao und sein Volk, (denn) sie sind gewiss ein frevelhaftes Volk."


13. Als dann Unsere (klar) sichtbaren Zeichen zu ihnen kamen, sagten sie: "Das ist offenkundige Zauberei."


14. Und sie leugneten sie, obwohl ihre Selbste [Nufûs] Gewissheit über sie hatten – aus Unrecht und Überheblichkeit. Sieh nur, wie das Ende der Verderbenstifter ausfiel.


15. Und wahrlich, Wir hatten David und Salomo Wissen gewährt. Und beide sagten: "Alles Lob gebührt Allah, Der uns gegenüber vielen Seiner gläubigen Diener bevorzugt hat."


16. Und Salomo beerbte David und sagte: "O ihr Menschen, uns wurde die Sprache der Vögel gelehrt und von jeder Sache etwas gegeben. Wahrlich, dies ist eine offenkundige Gunst, (für die wir Allah danken)."

("Uns" bezieht sich in diesem Vers auf Salomo und seinen verstorbenen Vater David (Allahs Segen und Frieden seien auf ihnen beiden). Salomo verweist hierbei auf die Gunst des Prophetentums und die Elemente der Schöpfung, die Allah in ihren Dienst gestellt hat.)


17. Für ihn [Salomo] wurden seine Heere – (bestehend) aus Dschinn, Menschen und Vögeln – versammelt und wohlgeordnet aufgestellt (für den Feldzug).


18. Als sie (dann) das Tal der Ameisen erreichten, sagte eine Ameise: "O ihr Ameisen, flieht in eure Behausungen, damit Salomo und seine Heere euch nicht versehentlich zertreten."


19. Da lächelte er [Salomo] erheitert über ihre Worte und sagte: "Mein Herr, leite mich an, Dir für Deine Wohltaten (stets) zu danken, die Du mir und meinen Eltern gewährt hast, und dass ich rechtschaffene (Taten) verrichte, die Dir wohlgefällig sind. Und zähle mich durch Deine Barmherzigkeit zu Deinen rechtschaffenen Dienern."


20. Und er musterte die Vögel und sagte: "Warum sehe ich den Wiedehopf nicht? Gehört er (etwa) zu den Abwesenden?


21. Ich werde ihn gewiss mit strenger Strafe bestrafen oder ihn schächten, es sei denn, er bringt mir eine überzeugende Rechtfertigung (für seine Abwesenheit) vor.


22. Aber er [der Wiedehopf] blieb nicht lange (fern) und sagte: "Ich habe erfahren, was du nicht erfahren hast, und ich komme mit sicherer Kunde aus Saba zu dir.


23. Wahrlich, (dort) sah ich eine Frau, die über (ein Volk) herrscht. Ihr wurde (auch) von jeder Sache etwas gegeben, und sie besitzt einen gewaltigen Thron.


24. Ich sah, wie sie und ihr Volk sich vor der Sonne niederwarfen anstelle von Allah. Satan schmückt ihnen ihre Taten aus und hält sie vom rechten Weg ab, so dass sie die Richtung nicht finden.


25. Warum werfen sie sich nicht vor Allah nieder, Der das Verborgene in den Himmeln und in der Erde zum Vorschein bringt und (ebenfalls) kennt, was ihr (Menschen) verbergt und was ihr offenlegt?


26. Allah, es gibt keine Gottheit ausser Ihm, dem Herrn des immensen Thrones."
(Nach diesem Vers wirft man sich vor Allah nieder.)


27. Er [Salomo] sagte: "Wir werden sehen, ob du die Wahrheit sagst oder einer der Lügner bist.


28. Geh mit meinem Schreiben und wirf es ihnen zu; dann wende dich von ihnen ab und beobachte (aus der Ferne), was sie unternehmen."


29. Sie [die Königin] sagte: "O ihr Vornehmen, mir wurde ein ehrenvolles Schreiben zugeworfen.


30. Es ist von Salomo und es lautet: 'Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.


31. Erhebt euch nicht über mich und kommt als Ergebene (an Allah) zu mir.'"


32. Sie sagte: "O ihr Vornehmen, gebt mir Rat in meiner Angelegenheit. Ich werde nichts entscheiden, bevor ihr einbezogen seid."


33. Sie sagten: "Wir sind Besitzer von Stärke und verfügen (von uns aus) über grosse Kampfkraft. Die Entscheidung liegt (nun) bei dir; so sieh, was du anordnen möchtest."

(Die Annahme, Inhaber von Macht oder bedeutender Stärke zu sein, offenbart den grundlegenden Irrtum, dem sie verhaftet waren. Tatsächlich gehört alle Macht allein Allah. Ein gemeinsames Merkmal der Ungläubigen ist ihr Zweifel an Allahs uneingeschränkter Souveränität über alle Aspekte des Lebens, während sie sich selbst Dinge zuschreiben, die sie nicht von sich aus haben.)


34. Sie sagte: "Wahrlich, wenn Könige eine (fremde) Stadt einnehmen, stiften sie darin Korruption und machen die Angesehenen unter ihren Bewohnern zu Erniedrigten (unter ihrer Herrschaft). Das ist ihre (übliche) Vorgehensweise."


35. Ich werde ihnen ein Geschenk senden und dann abwarten, welche (Antwort) die Boten zurückbringen."

(Laut Ibn 'Abbas soll die Königin zu ihrem Volk gesagt haben: "Wenn er das Geschenk annimmt, ist er ein König; dann sollt ihr ihn bekämpfen. Und wenn er sich weigert, ist er ein Prophet; dann sollt ihr ihm gehorchen.")


36. Als (die Boten) zu Salomo kamen, sagte er: "Wollt ihr mich (etwa) mit Besitz ausstatten, wo mir doch Allah Besseres gegeben hat als das, was Er euch gegeben hat? Vielmehr seid ihr es, die ihr euch an eurem Geschenk erfreut.


37. Kehrt zu ihnen zurück (und teilt euren Volksgenossen mit, dass) wir mit Heeren ausrücken werden, gegen die sie nichts ausrichten können. Und wir werden sie gewiss (für ihren Unglauben) als Erniedrigte von dort vertreiben, während sie gedemütigt sind."

(Der Vers kann wie folgt verstanden werden: "Ich begehre euren Reichtum nicht; mein einziges Anliegen ist, dass ihr euch Allah unterwerft. Ich akzeptiere weder Bestechungsgelder noch Kompromisse, die euren polytheistischen Lebensstil legitimieren. Wenn ihr euch ihr widersetzt, werden wir mit einer Streitmacht gegen euch ausrücken und euch aus der Region vertreiben, um unsere Volksgenossen vor schädlichen Einflüssen zu schützen.")

38. Er [Salomo] sagte: "O ihr Vornehmen, wer von euch kann mir ihren Thron bringen, bevor sie als Ergebene [Muslimîn] zu mir kommen?"


39. Da sagte ein kraftvoller unter den Dschinn: "Ich werde ihn dir bringen, bevor du von deinem Platz aufstehst. Ich bin gewiss stark genug und vertrauenswürdig für (diese Aufgabe)."

(bevor du von deinem Platz aufstehst:  Laut Ibn Abbas bezieht sich dies auf die Zeit vom Beginn des Tages bis zum Mittag, in der Salomo (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) gewöhnlich sass, um Urteile zu fällen und Entscheidungen zu treffen.

stark genug und vertrauenswürdig: stark genug, um den Thron zu tragen, und vertrauenswürdig in Bezug auf den Schmuck, den der Thron enthält.)


40. Da sagte einer, der Wissen aus der Schrift hatte: "(So Allah will,) werde ich ihn dir bringen, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Und als er ihn [den Thron] dann fest bei sich stehen sah, sagte er [Salomo]: "Dies ist von der Gunst meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist es zu seinem eigenen (Vorteil), und wer undankbar ist, so ist mein Herr gewiss der Unabhängige, der Grosszügige."

(Den Gelehrten zufolge war es Ibn Balkhiyah, Salomons Schreiber, der Allah darum gebeten hat. Allah hat daraufhin sein Bittgebet erhört. Allah sagt: Mein Herr ist nahe und Er erhört die Gebete. (11:61) Ich antworte auf den Ruf dessen, der Mich erbittet. (2:186). Allah erhört die Bitten der Geschöpfe und erfüllt die Bedürfnisse Seiner Diener. Allahs Macht ist grenzenlos, und Er löst die Probleme derer, die sich aufrichtig an Ihn wenden und fest davon überzeugt sind, dass Allah ihren Bitten nachkommen kann, egal wie unmöglich sie den Menschen auch erscheinen mögen.)

41. Er [Salomo] sagte (zu seinen Leuten): "Verändert ihren Thron für sie, damit wir sehen, ob sie die Richtung findet oder jenen angehört, die keine Richtung finden."


42. Als sie ankam, wurde (zu ihr) gesagt: "Sieht dein Thron so aus (wie dieser hier)?" Sie sagte: "Es ist, als ob er es sei." (Salomo sagte dann zu seinen Leuten:) "Uns wurde vor ihr Wissen gegeben, und wir sind (bereits) Ergebene [Muslimîn].

(Salomo (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) stellte die Königin von Saba auf die Probe, um zu sehen, wie sie auf ihren veränderten Thron reagieren und ob sie die Richtung finden würde. Als sie ihren Thron in veränderter Form vor sich sah, antwortete sie weder mit einem klaren "Ja" noch mit einem "Nein", sondern mit kluger Zurückhaltung: "Es ist, als ob er es sei." Ihre Antwort lässt erkennen, dass sie sich trotz des ihr Unerklärlichen nicht zu einer vorschnellen Behauptung hinreissen liess. Vielmehr zeigte sie sich bereit, das ihr bis anhin Unbekannte wahrzunehmen und zu prüfen. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass sie schliesslich die Zeichen erkennt und sich mit Salomo gegenüber Allah, dem Herrn der Welten, ergibt.)


43. Was sie neben Allah anbetete, hielt sie (vom wahren Glauben) ab. Sie gehörte (eben) gewiss einem ungläubigen Volk an."


44. (Dann) wurde ihr gesagt: "Tritt in den Palast ein." Als sie ihn sah, hielt sie ihn [den Boden] für eine Wasserfläche und entblösste ihre beiden Unterschenkel, (indem sie ihr Gewand anhob). Er sagte: "Es ist ein aus Glas geglätteter Palast(boden)." Sie sagte: "Mein Herr, wahrlich, ich habe meinem Selbst [Nafs] Unrecht getan, und ich habe mich (nun) gemeinsam mit Salomo an Allah, dem Herrn der Welten, ergeben."


45. Und zu den Thamûd entsandten Wir ihren Volksgenossen Salih. (Er sagte:) "Dient allein Allah." Doch dann spalteten sie sich in zwei Streitparteien.


46. Er sagte: "O mein Volk, warum beeilt ihr euch mit dem Schlechten vor dem Guten? Warum bittet ihr Allah nicht um Vergebung, auf dass ihr Barmherzigkeit erlangen mögt?"


47. Sie sagten: "Wir sehen in dir und denen, die mit dir sind, ein böses Vorzeichen." Er sagte: "Euer Vorzeichen liegt allein bei Allah, und ihr seid ein Volk, das (nun) geprüft wird."


48. In der Stadt waren neun kleine Scharen von Männern, die im Land Korruption stifteten und keine Besserung brachten.


49. Sie sagten: "Lasst uns bei Allah schwören, dass wir in der Nacht über ihn [Salih] und seine Angehörigen herfallen werden. Anschliessend werden wir zu seinem nächsten Verwandten sagen: 'Wir waren beim Untergang von (ihm und) seinen Angehörigen nicht anwesend, und wir sprechen die Wahrheit.'"

(zu seinem nächsten Verwandten: der rechtliche Erbe von Salih (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm.))


50. Sie schmiedeten Ränke, und (auch) Wir schmiedeten Ränke, doch sie waren sich dessen nicht bewusst.


51. Sieh nur, wie ihre Ränke ausfielen. Wir haben sie und ihr (ungläubiges) Volk vollständig vernichtet.


52. So stehen ihre Wohnstätten (nun) verlassen da, wegen des Unrechts, das sie begangen haben. Hierin liegt wahrlich ein Zeichen für Leute, die wissen.

(Heutzutage sind die Wohnstätten der Thamûd noch immer sichtbar, aber ihre Behausungen sind leer, wie es Allah im Vers erwähnt.)


53. Und Wir erretteten diejenigen, die glaubten und fromm waren.


54. Und (erinnere daran,) als Lot zu seinem Volk sagte: "Wollt ihr (denn weiterhin) sehend(en Auges) die Schändlichkeit begehen?


55. Wollt ihr euch aus Begierde denn wirklich mit Männern statt mit Frauen abgeben? Aber nein, ihr seid (tatsächlich) ein törichtes Volk."


56. Doch die Antwort seines Volks lautete lediglich: "Vertreibt Lots Familie aus eurer Stadt, denn sie sind Leute, die Reinheit wahren wollen."


57. Da retteten Wir ihn und seine Angehörigen, ausser seiner Frau. Für sie hatten Wir bestimmt, dass sie zu den Zurückbleibenden gehören würde.

58. Wir liessen einen (Stein)regen auf sie herabkommen, und schlimm war der Niederschlag (für diejenigen), die (zuvor) gewarnt worden waren.


59. Sprich: "Alles Lob gebührt Allah und Friede sei auf Seinen auserwählten Dienern. Ist Allah besser oder das, was sie Ihm beigesellen?"


60. (Ist nicht) Derjenige (besser), Der die Himmel und die Erde erschaffen hat und euch Wasser vom Himmel herabsendet, durch das Wir prächtige Gärten entstehen lassen, deren Bäume ihr niemals selbst zum Wachsen bringen könntet? Soll es (etwa) eine (andere) Gottheit neben Allah geben? Nein, aber sie sind (eben) Leute, die (andere Allah) gleichstellen.


61. (Ist nicht) Derjenige (besser), Der die Erde zu einem festen Aufenthaltsort gemacht, sie mit Flüssen durchzogen, feststehende Berge auf ihr gesetzt und eine Schranke zwischen den beiden Meeren gesetzt hat? Soll es (etwa) eine (andere) Gottheit neben Allah geben? Nein, aber die meisten von ihnen wissen nicht.


62. (Ist nicht) Derjenige (besser), Der den Bedrängten erhört, wenn er Ihn erbittet, das Unheil (von ihm) abwendet und euch zu Nachfolgern auf der Erde macht? Soll es (etwa) eine (andere) Gottheit neben Allah geben? (Nein, aber) wie wenig ihr bedenkt.


63. (Ist nicht) Derjenige (besser), Der euch in den Finsternissen des Landes und des Meeres den Weg weist und euch die Winde als Vorboten Seiner Barmherzigkeit sendet? Soll es (etwa) eine (andere) Gottheit neben Allah geben? (Nein, und) hoch erhaben ist Allah über das, was sie (Ihm) beigesellen.


64. (Ist nicht) Derjenige (besser), Der die Schöpfung ins Dasein gebracht hat und sie dann wiederholt, und Der euch vom Himmel und von der Erde versorgt? Soll es (etwa) eine (andere) Gottheit neben Allah geben? Sprich: "Bringt euren Beweis vor, wenn ihr wahrhaftig seid."


65. Sprich: "Ausser Allah kennt niemand in den Himmeln und auf der Erde das Verborgene, und (die Geschöpfe) wissen nicht, wann sie (dereinst) auferweckt werden."


66. Nein, ihr Wissen über das Jenseits ist erschöpft. Vielmehr sind sie darüber im Zweifel. Vielmehr sind sie ihm gegenüber blind.


67. Und die Ungläubigen sagen: "Wenn wir zu Staub geworden sind, wie unsere Vorfahren, sollen wir dann wieder (aus der Erde) herausgebracht werden?


68. Uns und unseren Vorfahren wurde dies (bereits zuvor) versprochen, (doch) dies sind nur Fabeln der früheren (Generationen)."


69. Sprich: "Bereist die Erde und seht wie das Ende der Schuldigen (des Unglaubens) war."


70. (Also) gräme dich nicht um sie, und sei nicht bedrängt wegen der Ränke, die sie (gegen dich) schmieden.


71. Und sie sagen: "Wann wird dieses Versprechen eintreten, wenn ihr wahrhaftig seid?"


72. Sprich: "Vielleicht ist ein Teil dessen, was ihr zu beschleunigen wünscht, (schon) ganz nahe hinter euch."


73. Dein Herr ist wahrlich voller Huld gegenüber den Menschen, aber die meisten von ihnen sind nicht dankbar.


74. Dein Herr weiss gewiss, was ihre Brüste verbergen und was sie offenlegen.


75. Es gibt nichts Verborgenes im Himmel und auf der Erde, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) ist.

(in einem deutlichen Buch: die wohlbehütete Tafel)


76. Wahrlich, dieser Koran legt den Kindern Israels vieles von dem dar, worüber sie uneins sind,


77. und er ist wahrlich eine Richtungsweisung und eine Barmherzigkeit für diejenigen, die Glauben gewähren.


78. Wahrlich, dein Herr wird (dereinst) durch Sein Urteil zwischen ihnen richten, und Er ist der Allmächtige, der Allwissende.


79. Also vertraue auf Allah, denn du befindest dich gewiss auf der deutlichen Wahrheit.


80. (So wie) du die Toten nicht zum Hören bringen kannst, kannst du auch die Tauben den Ruf nicht hören lassen, wenn sie sich (von der Wahrheit) abwenden.


81. Und du kannst (auch) die Blinden nicht aus ihrer Abweichung führen. Du kannst nur jene hören lassen, die an Unsere Zeichen glauben und sich (demütig) ergeben.


82. Und wenn das Wort gegen sie eintrifft (am Ende der Zeit), werden Wir ihnen ein Tier aus der Erde hervorbringen, das zu ihnen sprechen wird. (Dies wird geschehen,) weil die Menschen nicht (länger) Gewissheit an Unsere Zeichen haben.

(Dieses Tier wird am Ende der Zeit erscheinen, wenn die Menschheit unrettbar pervertiert und der wahre Dîn vergessen worden ist. Es wird zu den Menschen sprechen und Allahs Zeichen bestätigen, wie es in diesem Vers prophezeit wird. Gemäss der Überlieferung wird dieses Zeichen in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Aufgang der Sonne aus dem Westen eintreten. Das Ende der diesseitigen Welt wird dann unmittelbar bevorstehen, subhanAllah.)


83. Und am Tag, da Wir aus jeder Gemeinschaft jene versammeln, die Unsere Zeichen leugneten, werden sie geordnet herangeführt.


84. Wenn sie dann (alle) versammelt sind, wird Er sagen: "Habt ihr Meine Zeichen geleugnet, obschon ihr sie nicht mit Wissen erfasst habt? Was habt ihr denn getan?"


85. Und das Wort wird gegen sie eintreffen wegen des Unrechts, das sie begangen haben, und sie werden nichts (zu ihrer Verteidigung) sagen können.


86. Sehen sie denn nicht, dass Wir die Nacht gemacht haben, damit sie darin ruhen, und den Tag (als) Sicht ermöglichendes (Element)? Hierin liegen wahrlich Zeichen für Leute, die glauben.

(Allah hat die Grundlagen der Schöpfung mit vollkommener Präzision erschaffen. Der stetige Wechsel von Tag und Nacht ist nur ein Beispiel Seiner Ordnung. Doch nicht nur der harmonische Ablauf der Schöpfung beeindruckt; auch scheinbar Selbstverständliches wie das Sehvermögen offenbart bei näherer Betrachtung eine unfassbare Komplexität und verweist auf Seine vollendete Weisheit. Was dem Menschen alltäglich und normal erscheint, ist in Wahrheit von erstaunlicher Präzision und Komplexität und Teil einer vollkommenen Ordnung, die allein durch Allahs Willen besteht und über diese diesseitige Erde hinaus fortbestehen wird.)


87. Und (erinnere an) den Tag, da ins Horn geblasen wird. (An diesem Tag) werden alle erschrecken, die in den Himmeln und auf der Erde sind, ausser denen, die Allah (davon) ausnimmt. Und alle werden in (vollkommener) Auslieferung zu Ihm kommen.


88. Und du wirst sehen, wie die Berge, die du für unbeweglich hältst, wie Wolken dahingleiten werden. Das ist das Werk Allahs, Der alles zur Vollendung führt; und Allah ist der Allkundige über euer Tun.


89. Wer (an diesem Tag) eine gute Tat (mit)bringen wird, wird etwas Besseres dafür erhalten und vor dem Schrecken an jenem Tag sicher sein.

(Die beste aller Taten ist das Bekenntnis, dass es keinen Gott gibt ausser Allah.)

90. Und wer (an diesem Tag) eine schlechte Tat (mit)bringen wird, deren Gesichter werden ins Feuer gestürzt: "Soll euch denn etwas anderes vergolten werden als das, was ihr zu tun pflegtet?"

(Laut dem Tafsir von Jalalain ist mit der schlechten Tat die Beigesellung von Teilhabern neben Allah gemeint. Wer Allah Teilhaber beigesellt und in diesem Zustand stirbt, dem wird diese Tat nicht vergeben.)

91. (Sprich:) "Mir wurde befohlen, dem Herrn dieser Stadt zu dienen, Der sie (normativ) für unverletzlich erklärt hat – Ihm gehören alle Dinge. Und mir wurde befohlen, einer der Ergebenen [Muslimîn] zu sein,

(dieser Stadt : Mekka)


92. und dass ich den Koran vortrage." Wer sich (also) die Richtung weisen lässt, der tut dies zu seinem eigenen Vorteil; und wer (in die Irre) abweicht, dem sage: "Ich bin lediglich ein Warner."


93. Und sprich: "Alles Lob gebührt Allah. Er wird euch Seine Zeichen zeigen, und ihr (Gläubigen) werdet sie erkennen." Und dein Herr ist dessen nicht unachtsam, was ihr tut. 


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