DER EDLE QUR'ÂN

الأنبياء

Sure 21 | Die Propheten | Al-Anbiyâ'

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112 Verse, Abfolge der  Offenbarung: 73


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.


1. Die Abrechnung nähert sich den Menschen, während sie sich achtlos (von der Wahrheit) abwenden.


2. Keine neue Ermahnung kommt zu ihnen von ihrem Herrn, ohne dass sie diese leichtfertig anhören,


3. mit abgelenkten Herzen. Die Ungerechten führen geheime Gespräche, in denen sie sagen: "Ist dieser etwa nicht ein Mensch wie wir? Wollt ihr euch (etwa) auf (seine) Zauberei einlassen, wo ihr doch einsichtig seid?"


4. Sprich: "Mein Herr weiss, was im Himmel und auf der Erde gesagt wird, denn Er ist der Allhörende, der Allwissende."


5. Aber sie sagen: "Nein, dies(er Koran) ist ein Bündel von Träumen. Nein, er hat ihn selbst erfunden. Nein, vielmehr ist er ein Dichter. Er soll uns (doch) ein Zeichen bringen, wie die früheren (Propheten) es taten."

(Die Ungerechten äussern allerlei Verleumdungen gegen Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) und den Koran. Die Abwesenheit einer eindeutigen Linie und die unterschiedlichen Verleumdungen zeigen auf, wie unentschlossen und verwirrt die Ungläubigen sind, wenn sie gegen die Wahrheit vorgehen. In Sure 17:48 sagt Allah auch: "Sieh nur, womit sie dich vergleichen. Sie gehen dabei derart in die Irre, dass sie niemals den (rechten) Weg finden werden." )


6. Keine Stadt, die Wir vor ihnen vernichtet haben, gewährte Glauben. Sollten also nun ausgerechnet sie Glauben gewähren?


7. Wir haben vor dir nur Männer entsandt, denen Wir die Offenbarung zuteilwerden liessen. Fragt (doch) die Leute der (früheren) Erinnerung, wenn ihr (es) nicht wisst.


8. Wir gaben ihnen keine Körper, die keiner Speise bedurft hätten, noch waren sie unsterblich.


9. Dann erfüllten Wir (Unser) Versprechen an ihnen. Wir erretteten sie [die Propheten] und diejenigen, die Wir wollten, und Wir vernichteten die Massüberschreitenden, (die sie der Lüge bezichtigten).


10. Wir haben euch (nun) ein Buch herabgesandt, in dem eure Erwähnung ist. Versteht ihr denn nicht?


11. Wie viele Städte Wir vernichtet haben, die ungerecht waren, und danach haben Wir an ihrer Stelle andere Völker entstehen lassen.


12. Als sie (dann) erkannten, dass Unsere Strafe über sie kommen würde, versuchten sie davonzulaufen.


13. (Da wurde ihnen gesagt:) "Lauft nicht weg, sondern kehrt zu eurem Wohlleben und zu euren Wohnstätten zurück, damit ihr (dereinst darüber) befragt werdet."

(Laut Qatadah und anderen Gelehrten waren es die Engel (Allahs Segen und Frieden seien auf ihnen), die diese Worte an sie richteten. "Kehrt zum Luxus zurück, in dem ihr gelebt habt, damit ihr dereinst nach eurer fehlenden Dankbarkeit für diese Gaben befragt werdet.")


14. Sie sagten: "Wehe uns, wir waren gewiss Unrechthandelnde."


15. Dies blieb (stets) ihr Ausruf, bis Wir sie zu Abgemähtem machten. Erloschene.


16. Wir haben die Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, nicht aus Spielerei erschaffen.


17. Wenn Wir Uns einen Zeitvertreib hätten nehmen wollen, so hätten Wir ihn von Uns aus genommen, wenn Wir es (überhaupt) hätten tun wollen.


18. Vielmehr werfen Wir die Wahrheit gegen das Falsche, so dass sie es zerschmettert, und schon ist es dahin. Und wehe euch für das, was ihr (Allah) zuschreibt.


19. Ihm gehört, wer in den Himmeln und auf der Erde ist, und die (Engel), die bei Ihm sind, wähnen sich nicht zu gross, um Ihm (demütig) zu dienen, noch ermüden sie dabei.


20. Sie lobpreisen (Ihn) Nacht und Tag, ohne je nachzulassen.


21. Können die irdischen Gottheiten (der Polytheisten) etwa (Tote zu neuem Leben) erwecken?


22. Wenn es andere Gottheiten neben Allah gäbe, wären (die Himmel und die Erde) sicherlich (bereits) im Chaos versunken. Gepriesen ist Allah, der Herr des Thrones. Er steht weit über dem, was sie Ihm zuschreiben.


23. Er wird nicht nach dem befragt, was Er tut; sie aber werden befragt werden.

(Dieser Vers unterstreicht die Souveränität und Allmacht Allahs, indem betont wird, dass Allah, der Schöpfer und Herrscher über alle Welten, nicht zur Rechenschaft gezogen oder für Seine Entscheidungen befragt wird. Im Gegensatz dazu werden die Menschen Rechenschaft für ihre Taten ablegen müssen, insbesondere im Hinblick auf ihren Glauben und die damit verbundenen Handlungen.)

24. Wollen sie sich denn (wirklich andere) Gottheiten neben Ihm nehmen? Sprich: "Bringt euren Beweis vor. Dies(er Koran) ist eine Ermahnung für diejenigen, die mit mir sind, und (Allahs Wort) war (bereits) eine Ermahnung für diejenigen, die vor mir waren." Aber die meisten von ihnen (wollen) die Wahrheit nicht anerkennen, (und) so wenden sie sich (davon) ab.

(Der Vers verdeutlicht, dass der Koran sowohl für die Menschen zur Zeit des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) als auch für die nachfolgenden Generationen dient. Für die früheren Generationen war das Wort Allahs, das in den früheren Schriften offenbart wurde, massgeblich. Dies unterstreicht die Kontinuität und Konsistenz von Allahs Botschaft, die über verschiedene Propheten hinweg im Laufe der Zeit offenbart und schliesslich mit dem Koran vollendet wurde.)

25. Wir haben vor dir keinen Gesandten entsandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: "Es gibt keinen Gott ausser Mir, also dient (nur) Mir."


26. Und (dennoch) sagen sie: "Der Allerbarmer hat Sich ein Kind (unter den Engeln) genommen." Er ist (darüber) erhaben. Sie [die Engel] sind lediglich ehrenvolle Diener.

(Alle Geschöpfe sind Diener Allahs und am Tag des Gerichts werden sie als solche anwesend sein. Dies verdeutlicht die fundamentale Unterscheidung zwischen dem Schöpfer, Der die grundlegende Realität darstellt, und der Schöpfung, die von dieser Realität vollständig abhängig ist.)

27. Sie kommen Ihm im Wort nicht zuvor und handeln (ausschliesslich) nach Seinem Befehl.

(Die Engel initiieren keine Angelegenheiten aus eigenem Antrieb und widersetzen sich nie den Anweisungen Allahs. Sie sind gehorsame und ergebene Diener, die Allahs Befehle ausführen. Die Engel sind stets darauf bedacht, Allahs Willen zu erfüllen und handeln strikt nach Seinem Befehl. Allahs Segen und Frieden seien auf Seinen Engeln.)


28. Er weiss, was vor ihnen und was hinter ihnen ist, und sie leisten nur für den Fürsprache, an dem Er Wohlgefallen hat, und aus Ehrfurcht vor Ihm sind sie voller Besorgnis.


29. Und wenn einer von ihnen sagen sollte: "Gewiss, ich bin eine Gottheit neben Ihm", so würden Wir ihn sicherlich mit der Hölle bestrafen. So vergelten Wir den Ungerechten.

(Dieser Vers hat Gültigkeit für jedes Geschöpf. Wer behauptet oder glaubt, neben Allah eine Gottheit zu sein oder an der Schöpferkraft Allahs teilzuhaben, wird mit der Hölle bestraft. Diese Aussage dient als Warnung an alle, die ihre Position missverstehen oder die Absicht haben, sich über Allah zu erheben.)


30. Erkennen die Ungläubigen denn nicht, dass die Himmel und die Erde (einst) eine zusammenhängende (Masse) waren, die Wir (dann) getrennt haben? Und Wir machten aus Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?

("Allah hat zunächst den Himmel und die Erde als einheitliche Masse erschaffen, und diese anschliessend voneinander getrennt", so Sa'id Ibn Jubayr.)


31. Und Wir haben fest verankerte Berge in die Erde gesetzt, damit sie nicht mit ihnen ins Wanken gerät. Und Wir haben in (der Erdlandschaft) breite Durchgänge als Wege angelegt, damit sie die Richtung finden.

(Gebirge haben tiefe Wurzeln, die bis in die Erdkruste reichen. In der Geophysik ist dieses Prinzip als Isostasie bekannt. Demnach wird das starke Relief durch tiefe Strukturen ausgeglichen, die das gravitative Gleichgewicht der Lithosphäre aufrechterhalten. Dieser Vers verdeutlicht die tiefe Verankerung, eine Tatsache, die die Wissenschaft erst viel später erkannte.)


32. Und Wir machten den Himmel zu einem bewahrten Dach; doch sie wenden sich von seinen Zeichen ab.


33. Und Er ist Derjenige, Der die Nacht und den Tag, die Sonne und den Mond erschaffen hat.  Jeder (von ihnen) schwimmt in einer (eigenen) Umlaufbahn.


34. Wir haben keinem Menschen vor dir Unsterblichkeit verliehen. Wenn du also stirbst, sollten dann sie die Unsterblichen sein?

(Der letzte Teil der Frage ist eine rhetorische Frage, die eine Verneinung der Frage impliziert. Sie unterstreicht die Unmöglichkeit des ewigen Lebens im Diesseits, eine Aussage, die im folgenden Vers weiter bekräftigt wird.)


35. Jedes Selbst [Nafs] wird den Tod kosten, und (bis dahin) werden Wir euch mit Schlechtem und Gutem prüfen; und zu Uns werdet ihr (dereinst) zurückgebracht.


36. Und wenn dich die Ungläubigen sehen, verspotten sie dich (und sagen): "Ist das derjenige, der (abfällig) über eure Gottheiten spricht?", obschon sie es sind, die die Ermahnung des Allerbarmers leugnen.

(Sie leugnen, dass Allah der alleinige und untrennbare Allerbarmer ohne Teilhaber ist, ebenso wie sie Seine Verse leugnen.)


37. Der Mensch wurde als ungeduldiges (Wesen) erschaffen. – "Ich werde euch Meine Zeichen sehen lassen, also verlangt von Mir keine Beschleunigung."


38. Und sie sagen: "Wann wird diese Verheissung eintreten, wenn ihr wahrhaftig seid?"


39. Wenn die Ungläubigen wüssten, (wie es ihnen ergehen wird), wenn sie das Feuer weder von ihren Gesichtern noch von ihren Rücken fernhalten können und ihnen nicht geholfen wird, (würden sie Allahs Verheissung nicht beschleunigen wollen).


40. Nein, vielmehr wird (die Stunde) plötzlich über sie kommen und sie bestürzen. Sie werden sie nicht abwenden können, noch werden sie Aufschub erlangen.


41. Und gewiss wurden bereits Gesandte vor dir verspottet, doch dann wurden die Spötter von (den Folgen) dessen umschlossen, worüber sie sich lustig zu machen pflegten.


42. Sprich: "Wer kann euch (denn) bei Nacht und Tag vor (der Strafe) des Allerbarmers bewahren?" Aber dennoch wenden sie sich von der Erinnerung an ihren Herrn ab.


43. Oder haben sie (etwa) Gottheiten, die sie anstelle von Uns beschützen könnten? Sie vermögen nicht einmal sich selbst zu helfen, noch erhalten sie gegen Uns Beistand.


44. Nein, vielmehr haben Wir den (Menschen) und ihren Vorfahren einen (vergänglichen) Genuss gewährt, bis sie von ihrer Langlebigkeit (getäuscht) wurden. Erkennen sie denn nicht, dass Wir an die Erde herantreten und sie an ihren Rändern verringern? (Denken sie etwa, dass) sie die Siegenden sein werden?

(an ihren Rändern verringern: Laut Ibn Abbas bezieht sich dieser Vers auf die Ausbreitung des Islams. Diese bereits vor über 1400 Jahren überlieferte Auslegung besitzt bis heute ihre Gültigkeit. Der Islam breitet sich aus und gewinnt gegenüber dem Unglauben zunehmend Raum. Durch die Erwähnung der "Ränder der Erde" verweist der Vers zudem auf eine andere Wirklichkeit als jene, welche die Taghut-Instanzen darstellen.) 

45. Sprich: "Ich warne euch mit d(ies)er Offenbarung." Doch die Tauben hören den Ruf nicht, wenn sie gewarnt werden.


46. Wenn sie (bereits jetzt) einen Hauch von der Strafe deines Herrn spüren würden, würden sie sicherlich sagen: "Wehe uns, wir sind gewiss Unrechthandelnde."


47. Am Tag der Auferstehung werden Wir die Waag(schalen) der Gerechtigkeit aufstellen, und dabei wird kein Selbst [Nafs] ungerecht behandelt werden. Selbst wenn (eine Tat) nur das Gewicht eines Senfkorns hat, werden wir sie zum Vorschein bringen. Und Wir genügen als Abrechner.

48. Wahrlich, Wir gaben (einst) Moses und Aaron (die Schrift) der Unterscheidung, als Licht und Ermahnung für die Frommen,


49. die ihren Herrn im Verborgenen fürchten und wegen der Stunde besorgt sind.


50. Und dies(er Koran) ist eine gesegnete Erinnerung, die Wir (nunmehr) herabgesandt haben. Wollt ihr sie denn leugnen?


51. Und gewiss, Wir gaben Abraham schon zuvor seine rechte Orientierung, und Wir wussten um ihn,


52. als er zu seinem Vater und seinem Volk sagte: "Was sind das für Statuen, denen ihr euch (in Andacht) hingebt?"


53. Sie sagten: "Wir haben unsere Väter in deren Verehrung vorgefunden."


54. Er sagte: "Wahrlich, ihr und eure Väter befindet euch in deutlichem Irrtum."


55. Sie sagten: "Bringst du uns die Wahrheit oder gehörst du zu denen, die ihr Spiel treiben?"


56. Er sagte: "Nein, (ich treibe kein Spiel). Euer Herr ist der Herr der Himmel und der Erde. Er hat sie erschaffen und ich bin einer derjenigen, die dies bezeugen.


57. Und bei Allah, ich werde sicherlich eine List gegen eure Götzen anwenden, sobald ihr (mir) den Rücken kehrt."


58. Da zerschlug er sie [die Götzenfiguren] zu Stücken, ausser die grösste unter ihnen, damit sie sich dieser zuwenden mögen.

59. Sie sagten: "Wer hat dies unseren Gottheiten angetan? Das ist gewiss ein Frevler."


60. (Da) sagten (einige): "Wir hörten einen jungen Mann, der sie (abfällig) erwähnte. Sein Name ist Abraham."


61. Sie sagten: "Bringt ihn vor die Augen der Menschen, damit sie bezeugen mögen."


62. Sie sagten: "Hast du dies unseren Gottheiten angetan, Abraham?"


63. Er sagte: "Nein, es war die grösste (Figur) unter ihnen. Fragt sie doch, wenn sie reden können."


64. Da dachten sie nach und (einige von ihnen) sagten: "Wahrlich, ihr seid die Unrechthandelnden."


65. Doch dann machten sie eine Kehrtwende (und sagten): "Du weisst doch (selbst), dass sie nicht sprechen können."

(Dieser Vers zeigt, wie die Götzendiener nach einem kurzen Moment der Einsicht wieder in ihre Widersprüche zurückfallen. Sie gestehen selbst, dass die Götzen nicht sprechen können, was das Argument von Abraham (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) nur bestätigt.) 

66. Er sagte: "Verehrt ihr etwa anstelle von Allah, was euch weder Nutzen noch Schaden bringen kann?


67. Abscheu über euch und über das, was ihr anstelle von Allah anbetet. Begreift ihr denn nicht?"


68. Sie sagten: "Verbrennt ihn und steht für eure Gottheiten ein, wenn ihr wirklich etwas erreichen wollt."


69. Wir (aber) sagten: "O Feuer, sei Kühle und Unversehrtheit für Abraham."

(Ibn Abbas berichtete, dass Abraham (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm), bevor er dem Feuer ausgesetzt wurde, sagte: "Allah genügt mir, und Er ist der beste Sachwalter." Daraufhin befahl Allah dem Feuer: "Sei Kühle und Unversehrtheit für Abraham." Als Abraham dem Feuer ausgesetzt wurde, verzehrte es lediglich seine Fesseln, während er selbst keinen Schaden erlitt. Daraufhin wurde das Feuer gelöscht, subhanAllah, Allahu akbar.)


70. Und (weil) sie eine List gegen ihn geplant hatten, machten Wir sie (danach) zu den grössten Verlierern.


71. Und Wir erretteten ihn und Lot in das Land, das Wir für die Welten gesegnet haben.

(Sie reisten in die Region Scham, die heute Syrien, Jordanien, Libanon, Israel und Palästina umfasst.) 


72. Und Wir gaben ihm Isaak und Jakob dazu; und beide machten Wir zu Rechtschaffenen.

(Jakob dazu: Das Wort "dazu" verweist auf etwas, das zusätzlich zum Erbetenen gegeben wurde.)

73. Und Wir machten sie zu einer Führung (für die Menschen), die nach Unserem Befehl die Richtung wiesen. Und Wir offenbarten ihnen Gutes zu tun, das Gebet zu verrichten und die Zakat zu entrichten. Und sie dienten Uns.


74. Und Lot gaben Wir Weisheit und Wissen, und Wir erretteten ihn aus der Stadt, die Schändlichkeiten zu tun pflegte.


75. Und Wir liessen ihn in Unsere Barmherzigkeit eingehen. Wahrlich, (auch) er war einer der Rechtschaffenen.


76. Und (erinnere auch an) Noah, als er (Uns) damals rief. Wir erhörten ihn und erretteten ihn und seine Angehörigen aus der grossen Not.

77. Und Wir halfen ihm gegen die Leute, die Unsere Zeichen leugneten. Gewiss, sie waren ein Volk des Schlechten, und so liessen Wir sie allesamt ertrinken.


78. Und (erinnere auch an) David und Salomo, als sie über (die Angelegenheit) eines Saatfelds urteilten, das nachts von den Schafen (eines) Volks beweidet worden war; und Wir waren Zeugen ihres Urteils.


79. Wir verliehen Salomo (das richtige) Verständnis dafür, und jedem (von ihnen) gaben Wir Urteilsvermögen und Wissen. Und Wir machten zusammen mit David die Berge und die Vögel dienstbar, die (Allah) lobpriesen; und Wir waren es, die (dies) bewirkten.


80. Und Wir lehrten ihn [David], wie man (Panzer)kleidung herstellt, um euch vor eurer (gegenseitigen) Gewalt zu schützen. Seid ihr nun dankbar?

(Dies bezieht sich auf die Herstellung von Kettenhemden, denn vor David (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) gab es lediglich Brustpanzer aus Metallplatten, so Qatadah.)


81. Und für Salomo (machten Wir) den stürmischen Wind dienstbar, der nach seinem Befehl zum Land wehte, das Wir gesegnet haben. Und Wir haben Kenntnis von allen Dingen,


82. (einschliesslich) der Teufel, die für ihn (nach Perlen) tauchten und andere Arbeiten verrichteten; und Wir beaufsichtigten sie.

(Ihr Dienst an Salomo (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) diente ihrer Erniedrigung, wie es in Sure 34:14 erwähnt wird. Diese Gegebenheit unterstreicht Allahs Allmacht und zeigt, dass selbst widerspenstige Kreaturen wie die Teufel Seinem Willen unterworfen werden können, um für gerechte Zwecke eingesetzt zu werden.)

83. Und (erinnere auch an) Hiob, als er zu seinem Herrn rief: "Mir ist Leid widerfahren, doch Du bist der Barmherzigste der Barmherzigen."


84. Da erhörten Wir ihn und nahmen sein Leid von ihm; und Wir gaben ihm seine Familie (wieder) und verdoppelten (deren Anzahl) als Zeichen Unserer Barmherzigkeit und als Erinnerung für diejenigen, die (Allah) dienen.


85. Und (erinnere auch an) Ismaël, Idris und Dhûl-Kifl, die alle zu den Geduldigen zählten.


86. Wir nahmen sie in Unsere Barmherzigkeit auf, denn (auch) sie gehörten zu den Rechtschaffenen.


87. Und (erinnere an) den Mann des Fisches [Jonas], als er verärgert (von seinem Volk) fortging, im Glauben, Wir würden ihn (hierfür) nicht zur Rechenschaft ziehen. Dann rief er in der Finsternis (des Fisches): "Es gibt keine Gottheit ausser Dir. Gepriesen bist Du, ich war wahrlich einer der Ungerechten."


88. Da erhörten Wir ihn und befreiten ihn aus der Bedrängnis; und derart retten Wir (auch) die (übrigen) Gläubigen.


89. Und (erinnere auch an) Zacharias, als er zu seinem Herrn rief: "Mein Herr, lasse mich nicht ohne Nachkommen (sterben), denn Du bist der beste Erb(lasser)."


90. Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Johannes [Yahya], nachdem Wir (den Zustand) seiner Gattin gebessert hatten, (indem Wir sie fruchtbar machten). Sie wetteiferten in guten Taten, riefen Uns in Hoffnung und Ehrfurcht an, und sie waren demütig vor Uns.


91. Und (erinnere auch an) Maria, die ihre Keuschheit bewahrte. Da hauchten Wir ihr von Unserem (Lebens)hauch ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Welten. 

(Allah berichtet von Maria und ihrem Sohn Jesus, kurz nachdem Er Zacharias und seinen Sohn Johannes erwähnt hat (Allahs Segen und Frieden seien auf ihnen allen). Der erste Bericht bezieht sich auf ein Kind, das von einer älteren Frau geboren wurde, die zuvor unfruchtbar war und keine Kinder hatte. Anschliessend erwähnt Allah den Bericht über Maria, die ein Kind ohne Beteiligung eines Mannes zur Welt brachte. Die Gegenüberstellung beider Berichte macht deutlich, dass Marias Bericht zwar wundersamer erscheinen mag, letztlich jedoch, ebenso wie derjenige von Zacharias’ Frau, allein dem Befehl Allahs unterliegt, Der alles bestimmt und verordnet.)


92. "Wahrlich, diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr; darum dient nur Mir."

(Weil Allah ohne Anfang ist und nicht ins Leben berufen wurde, ist Allah die grundlegende Realität, aus der alles Existierende hervorgeht. Nur Er existiert auf absolute Weise und somit gebührt Ihm die alleinige Anbetung. Was die Ungerechten Allah beigesellen wollen, sind lediglich Schöpfungen, wie sie selbst.)


93. Aber sie spalteten ihre Angelegenheit untereinander auf, doch sie werden (dereinst) alle zu Uns zurückkehren.


94. Wer rechtschaffene Taten vollbringt und (dabei) gläubig ist, dessen Bemühungen werden nicht verkannt. Wir schreiben es für ihn auf.


95. Und es ist den Bewohnern einer Stadt, die Wir (aufgrund ihres Unglaubens) vernichtet haben, nicht möglich (ins Diesseits) zurückzukehren.

(Wer als Ungläubiger stirbt, hat keine Möglichkeit zur Umkehr. Das irdische Leben bietet nur eine einzige Gelegenheit und endet endgültig, während das Leben im Jenseits ebenfalls einmalig, jedoch ewig ist.)


96. (Sie verbleiben in ihrem Zustand,) bis schliesslich Gog und Magog (gegen Ende der Tage) freigelassen und von jeder Anhöhe herbeieilen werden.


97. Wenn das wahre Versprechen näher rückt, werden die Blicke derer, die ungläubig waren, erstarren. Sie werden sagen: "Wehe uns, wir haben (die Offenbarung) ignoriert. Wir waren in der Tat Unrechthandelnde."


98. (Sprich:) "Ihr und was ihr anstelle von Allah verehrt, werdet gewiss zum Brennstoff der Hölle verkommen; und Ihr werdet (allesamt) dorthin gelangen."


99. Wären diese (Götzen) tatsächlich Gottheiten, würden sie nicht in die (Hölle) eingehen; doch alle, (die ihre Verehrung nicht verleugnet haben,) werden dauerhaft darin verweilen.

(Die Götzenstatuen und Objekte, die zu Unrecht von den Menschen angebetet wurden, werden als quälende Erinnerung für die Ungläubigen mit ihnen in der Hölle verweilen. So werden die Ungläubigen den Grund ihres ewigen Aufenthalts in der Hölle immer bei sich haben.)

100. Darin wird ihnen [den Ungläubigen] ein schweres Seufzen sein, ohne (andere) hören (zu können).

(Jalalain berichtet, dass die Ungläubigen während ihrer zeitweiligen Bestrafungen nur ihr eigenes Stöhnen und das Brausen des Feuers hören werden. Dies wird so sein, weil der Lärm des dröhnenden Feuers alles übertönt. Ibn al-Jawzi fügt eine Weisheit hinzu, indem er sagt, dass dies so sein wird, weil der vernehmbare Laut von anderen, die den Bestrafungen unterliegen, eine Form des Trostes darstellen könnte.)


101. Diejenigen (jedoch), für die das Gute von Uns vorausgegangen ist, jene werden von ihr [der Hölle] ferngehalten.


102. Sie werden ihr leisestes Geräusch nicht hören, und sie werden dauerhaft in dem verweilen, wonach ihre Selbste [Nufûs] verlangt haben.


103. Der grösste Schrecken wird sie nicht betrüben, und die Engel werden ihnen entgegenkommen (und sagen): "Dies ist euer Tag, der euch verheissen wurde."


104. (Dies wird) an dem Tag (geschehen), an dem Wir den Himmel (der Erde) zusammenrollen, wie man Schriftrollen zusammenrollt. So wie Wir die erste Schöpfung hervorgebracht haben, werden Wir sie wiederholen. (Dies ist) ein bindendes Versprechen von Uns, das Wir gewiss erfüllen werden.


105. Und wahrlich, Wir haben im Zabur [den Psalmen] nach der Ermahnung geschrieben, dass Meine rechtschaffenen Diener (dereinst) die (Paradies)erde erben werden.

(Sowohl Ibn Abbas als auch Jalalain bestätigen, dass es sich hierbei nicht um die diesseitige Erde handelt, sondern um das Paradies.)

106. Wahrlich, in diesem (Koran) liegt ein Genügen für jene Leute, die (Allah) dienen.


107. Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Welten(bewohner) gesandt.


108. Sprich: "Mir wurde offenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Wollt ihr euch Ihm nicht ergeben?"


109. Wenn sie sich (daraufhin) abwenden, so sprich: "Ich habe euch wiederholt ermahnt, doch ich weiss nicht, ob das, was euch versprochen wird, nahe oder fern ist."

(Im Tafsir von Jalalain heisst es, dass allein Allah weiss, ob sich dieser Vers auf ein diesseitiges Strafgericht, auf den Tag des Gerichts oder auf beides bezieht.)

110. Wahrlich, Er kennt (die Worte), die ihr laut aussprecht, und Er kennt, was ihr verborgen haltet.


111. Ich weiss nicht, ob (der Aufschub der Strafe) eine Prüfung für euch ist, (aber er ist bestimmt) ein zeitlich begrenztes Vergnügen (bis zur Strafe)."

(Dieser Vers unterstreicht die Demut und Wahrhaftigkeit des Propheten (Allahs Segen und Frieden seien auf ihm) in Bezug auf das ihm Verborgene und betont die Notwendigkeit für die Menschen, die gegenwärtige Zeit zur Umkehr zu nutzen, da der genaue Zeitpunkt einer Strafe oder des Todes für uns alle unbekannt ist.)

112. (Und) er sagte: "Mein Herr, urteile entsprechend (der Treue) zum Realen (zwischen uns). Unser Herr ist der Allerbarmer, bei Dem Hilfe gesucht wird gegen das, was ihr (Ihm fälschlicherweise) zuschreibt."

(Die Zuflucht bezieht sich darauf, dem Polytheismus nicht zu verfallen, denn die Sünde des Götzendienstes ist die einzige Sünde, die Allah am Tag des Gerichts niemals vergeben wird.)


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